Neue Bauprojekte

02.09.2008

Geplantes Stadtviertel schwimmt in der Wüste

DUBAI, 02.09.2008; Mit einem geschätzten Investitionsvolumen von über 60 Milliarden Dollar ist das neue Viertel Dubais, Mohammed Bin Rashid Gardens, eins der ehrgeizigsten Stadtplanungsprojekte der Welt. Die logistische Meisterleistung bei diesem immensen Bauvorhaben mit monumentalen Ausmaßen besteht darin, durch geschicktes Wassermanagement die staubtrockene Wüste in eine blühende Oase zu verwandeln. Das Baukonzept nähert sich diesem Problem auf eine ganzheitliche Art und Weise. Es bindet die Wasserversorgung geschickt in das Stadtbild ein und erfüllt gleichzeitig alle Anforderungen, die an eine moderne Stadt des 21. Jahrhunderts in Bezug auf Transport, Erholung und Umwelt gestellt werden.

Der Masterplan für den neuen Stadtteil wurde vom international renommierten Architekten Eric Kuhne (London, CivicArts) erstellt und kürzlich durch Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, dem Herrscher Dubais sowie Vize-Präsident und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate, bekannt gemacht. Geplant ist die Bereitstellung von neuem Wohnraum, Schulen, Finanz- und Shoppingcentern, markanten Verwaltungsgebäuden, touristisch attraktiven Landschaften und mehr Parkfläche, als London und New York zusammen bieten könnten. Mit dem Bau wird noch in diesem Herbst begonnen.

„Wasser wird als Lebenselixier dieser neuen Siedlung durch ein Kanalnetz mit Reservoirs und Wasserstraßen gepumpt. So entsteht eine einzigartige hafenähnliche ‚Stadt im Wasser’, die ihresgleichen im Mittleren Osten sucht“, sagt Eric Kuhne. Das befahrbare Kanalsystem wird das Leben auf verschiedenen Arten bereichern. Es stellt Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt zur Verfügung und bietet abwechslungsreiche Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten sowie eine einzigartige Kulisse für ein überwältigendes stadtplanerisches Konzept.

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Mit über 150 Kilometern Ufern und Flachwassergebieten wird der Central-Union-Kanal eine Vielzahl von Lebewesen beheimaten, die beispiellos im Mittleren Osten sein wird. Die Begrünung der Stadt mit Parks, Kanälen, Seen, Wasserstraßen, Rückhalte- und Speicherbecken wird Lebensräume für Wildtiere und -pflanzen schaffen, Zugvögel anlocken und den lokalen und globalen Arteinreichtum fördern. Grünflächen werden Sauerstoff freisetzen und Kohlendioxid aus der deutlich verbesserten Luft herausfiltern. Bepflanzte Gebäudefassaden und die Aufrechterhaltung von Wüstenzonen werden vernetzte Grünstreifen schaffen, die nicht nur der Erhaltung von Tier- und Pflanzenwelt zugute kommt. Durch die vernünftige Nutzung und Bepflanzung des Landschaftraumes werden kühle Korridore geschaffen, die zum Spazieren gehen oder Rad fahren einladen.

Die Uferzone wird variantenreich gestaltet, beispielsweise aus steinernen Wänden mit eingearbeiteten Pflanzen. Die drei Ebenen der gestuften Uferterrassen bieten vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Die obere Etage beheimatet ein reichhaltiges gastronomisches Angebot, über das mittlerer Level ziehen sich endlose Radwege. Am direkten Flussufer laden Wege zu einem Spaziergang ein. Sie werden spielerisch mit bepflanzbaren Steinen befestigt, die einen ungezwungenen natürlichen Eindruck erwecken sollen. Seichte Rückhaltebecken ermöglichen einen einfachen Einstieg und dienen als öffentliche Strandabschnitte mit großzügigen Grünflächen. Schilfbiotope werden in den Union-Kanal eingearbeitet und das Wasser mit einer Kombination aus technisierten (chemischen) und pflanzlichen (biologischen) Filtersystemen gereinigt und aufbereitet.

Die ausgiebige Verwendung von Wasser in der arabischen Architektur ist kein neues Konzept. Die Bauplaner des Mittleren Ostens ließen sich gerne von der antiken kosmologischen Vorstellung inspirieren, die Welt sei von zwei großen Flüssen in Viertel geteilt. In starker Anlehnung daran integrierten sie stets Kanäle und Becken in die Gestaltung von Innenhöfen, Palästen, Terrassen und Plätzen. Mithilfe zahlreicher Springbrunnen und Wasserläufe versuchten sie außerdem, Oasen und Heilquellen nachzubauen.

Nach dieser Grundlage strukturieren auch die Kanäle, Springbrunnen und Wasserbecken die weitläufigen Grünanlagen von Mohammed Bin Rashid Gardens. Die Parks und Kanäle werden nach dem traditionellen arabischen Muster gestaltet, das auf dem Astrolab beruht. Dieses antike Messgerät diente im arabischen Raum einst zur Winkelmessung am Himmel und wurde nun zur Gestaltungsgrundlage des neuen Stadtteils.

Das Kernelement des Stadtdesigns ist der Grand Canal. Er wird mit dem Dubai Creek und Business Bay verbunden sein und sich nach dem ‚Astrolab-Muster’ durch Mohammed Bin Rashid Gardens schlängeln. So soll den Einwohnern, Arbeitnehmern und Besuchern des neuen Stadtteils immer ein unmittelbarer Zugang zu Grünflächen, Teichen oder dem zirkulierenden Kanal ermöglicht werden. Höhepunkt der Wasserläufe wird der zentral gelegene Grand-Central-Springbrunnen, in dem das kühle Nass scheinbar zusammenläuft.

Niedrige Wasser- und Energieverbrauchswerte sind überdies Teil des Versorgungskonzepts für Mohammed Bin Rashid Gardens. Moderne Steuerungssysteme und energieeffiziente Ausstattung der Gebäude werden den Verbrauch minimal halten. Intelligent gestaltete Fassaden sollen die Nutzung von Sonnenlicht maximieren. Solarthermische Technik wird den Bedarf an Warmwasser decken und die Bauwerke kühlen, die nicht an das stadtweite Kühlungssystem angeschlossen sind. Das Stadtdesign wird außerdem ein noch nie dagewesenes Maß an Wasser wiederverwerten: Eine ausgeklügelte Wasseraufbereitung erzeugt nicht trinkbares Wasser, dass den Trinkwasserverbrauch der Stadt entlasten und für die Bewässerung der Grünanlagen genutzt werden soll.

Mit der Realisierung von Mohammed Bin Rashid Gardens wird nach den Palmen-Inseln und The World eine weitere unvergleichbare Vision des Scheichs in die Tat umgesetzt. Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier: Die neue Stadt der Zukunft

Quelle : Text & Bilder: Craven Group