Wirtschaft
16.07.2008
Airbus-Teilwerke in den Emiraten
Farnborough/Paris, 16. Juli / Airbus hat den jüngsten Milliardenauftrag aus Abu Dhabi gegen die Zusage erhalten, Airbus-Teile in den Emiraten fertigen zu lassen. Die Fluggesellschaft Etihad hatte am Montag 55 Airbus-Flugzeuge im Wert von 11 Milliarden Dollar bestellt, wie auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bekanntgegeben wurde. Im Gegenzug wird in den Emiraten ein Werk errichtet, das ab 2012 Teile aus Metall und Verbundstoffen für die Rumpfproduktion liefern soll. „Das Werk erlaubt die Schaffung von 3.000 bis 5.000 Arbeitsplätzen vor Ort“, erklärte EADS-Strategiemanager Marwan Lahoud dem Pariser Figaro.
EADS muss zunehmend im Ausland einkaufen und produzieren, um die Folgen des starken Euro besser abfedern zu können. Bislang wird überwiegend im Euro-Raum produziert, Flugzeuge werden international allerdings in US-Dollar abgerechnet. Hinzu kommt angesichts der hohen Kerosinpreise die steigende Nachfrage nach neuen und sparsameren Flugzeugen in Leichtbauweise. Boeing kommt hier mit dem Modell 787 "Dreamliner" auf den Markt, Airbus will im nächsten Jahrzehnt die A350 bringen.
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Bereits ab 2010 soll ein neues Werk leichte Kohlefaserbauteile für die Airbus-Flugzeuge der Baureihen A330, A340, den künftigen Langstreckenflieger A350 und den Großraumflieger A380 liefern. Zunächst ist die Produktion einfacher Bauteile wie zum Beispiel von Abdeckungen und Verkleidungen geplant, später allerdings sollen aus den Emiraten auch anspruchsvollere Teile kommen.
Der Vertrag mit Abu Dhabi umfasst auch die Schaffung eines Wartungszentrums durch die Firma Adat. Die Emirate sollen zudem Passagierflugzeuge in Frachter umbauen und eine „Airbus-Akademie“ zur Ausbildung von Technikern, Ingenieuren und Piloten erhalten. „Der Etihad-Auftrag zeigt unsere neue Arbeitsmethode“, sagte Lahoud. Die Verhandlungen über die Lieferung von Flugzeugen und die industrielle Kooperation liefen parallel. „Ziel ist es, Marktanteile und eine industrielle Einwurzelung des Konzerns in der Welt zu gewinnen.“ Ohne die industrielle Komponente hätte Airbus weniger als fünf Prozent des Auftrages erhalten.