Neue Bauprojekte

30.05.2008

Erstes Universalmuseum der Welt entsteht in Dubai

Dubai, 30. Mai / Nicht nur große Bauprojekte sollen in Dubai im Vordergrund stehen, sondern auch Kultur und Bildung. Daher soll hier ein Mega-Museum entstehen, nämlich das erste Universalmuseum der Welt.

Ein Deutscher, der ehemalige Theaterregisseur Michael Schindhelm, ist der Beauftragte in diesem Projekt. Auch die drei Generaldirektoren der drei größten deutschen Museen unterstützen das neue Mega-Museum. In der arabischen Wüste soll es nun zu einem dauerhaften kulturellen Engagement kommen. Am 7. Mai haben in Dubai die Staatlichen Museen Berlin, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein Abkommen zum Aufbau des Universalmuseums unterzeichnet.

Es herrscht, so Schindhelm, am Golf ein „Furor der Kosmopolitismus“. In der Stadt Dubai leben 1,8 Millionen Menschen aus 200 Nationen. In wenigen Jahren wird sich die Einwohnerschaft verdoppelt haben. Nur 15 Prozent der Einwohner sind einheimische Araber. Bisher sei das Emirat kulturell vor allem als Eldorado der internationalen Architektur hervorgetreten. Nun habe Scheich Muhammad bin Raschid beschlossen, die kulturelle Entwicklung des Landes auf eine breitere Basis zu stellen.

„Das Image Dubais hängt an Gebäuden, aber das werde sich ändern“ Der Scheich hat angekündigt, dass in der nächsten Phase Kultur und Bildung im Vordergrund stehen müssten. Dafür baue Zaha Hadid zum Beispiel das Opernhaus, das eine Milliarde Dollar kostet; und für das Museum werde eine dreistellige Millionensumme ausgegeben. In fünf bis acht Jahren soll es eröffnet werden. Aber nun gehe es nicht darum, „mit viel Geld die deutschen Museen einzukaufen. Was wir brauchen, ist die Expertise“.

Die vereinbarte Zusammenarbeit mit Deutschland umfasst die architektonische, technische und logistische Planung, die Ausbildung von Museumspersonal und den Aufbau von einschlägigen Studiengängen. Schließlich soll in Dubai auch eine eigene Sammlung aufgebaut werden. Ein detailliertes Ausstellungskonzept wird in den nächsten sechs Monaten ausgearbeitet. Es sollen „Grundzüge des Weltwissens“ ausgestellt werden, also die großen kulturgeschichtlichen Generalthemen wie Staat, Religion, Sternenkunde, Erfindungen, Philosophie, Schrift, Technik, Weltbilder und so weiter. Bei der Kunst sollen die Begegnungen des islamischen Kulturkreises mit anderen Kulturen im Mittelpunkt stehen.

Der Wüsten-Louvre

Vor Deutschland fassten die Franzosen in den Emiraten kulturpolitisch Fuß. So entsteht in Abu Dhabi die erste Filiale des Louvre Museums. Frankreich hat sein umstrittenes Museumsprojekt Anfang dieses Monats mit Abu Dhabi unterzeichnet.

Die genauen Bestimmungen des Vertrages wurden bereits vorgestellt: Frankreich wird mit 300 Leihgaben aus dem Louvre und anderen staatlichen Museen zehn Jahre lang Wechselausstellungen und eine Dauerausstellung bestücken und zwar so solange, bis das Emirat eine eigene Sammlung aufgebaut hat. In jedem Fall verlassen die Werke Frankreich für höchstens zwei Jahre und werden dann ausgetauscht. Erotische Kunstwerke müssen aber draußen bleiben. Nach Ablauf der 30 Jahre muss sich das Museum in „Louvre Abu Dhabi“ umbenennen. Für diese Dienstleistungen zahlt das Ölemirat eine Milliarde Euro.

In Abu Dhabi sind weitere Museen ebenfalls in Planung. Dort sollen auch ein Guggenheim-Museum für zeitgenössische Kunst, ein Maritime Museum und ein Nationalmuseum 2013 eröffnet werden. Weitere Kunstprojekte in den Emiraten sind: Performing Arts Centre, Sheik Zayed National Museum, Biennale Park, Hochschulen für schöne Künste und Kreativ-Campus für Kunst, Architektur, Musik und Theater.

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